Geschichtsstunde der anderen Art - Auftaktveranstaltung zum 100-jährigen Jubiläum des TSV Helmstadt fand große Resonanz

Äußerst gelungen war die Auftaktveranstaltung zum 100-jährigen Jubiläum des TSV Helmstadt am vergangenen Sonntag in der Schwarzbachhalle. Schon beim Eintritt war das besondere Flair dieses Nachmittags zu spüren und ein Übriges tat mit ihrer Hintergrundmusik die Drehorgelspielerin Erika Pedde-Schiedt hinzu. In Form einer Ausstellung, welche Iris Steinbeck und Peter Staubitz zusammen getragen hatten, wurden die zahlreichen Besucher auf eine Zeitreise durch die lange Geschichte des Vereins mitgenommen. Trikots, Bälle, Kickschuhe, alte Aushangplakate, viele andere Exponate und vor allem die zahlreichen Bilder gaben genügend Gesprächsstoff. Peter Sonntag, der in passender Kleidung mit Frack und Zylinder in einem aufgebauten Kleinfußballspielfeld durch den Nachmittag mit fachkundigen Kommentaren führte, stellte insgesamt vier Themenblöcke vor. „Es war einmal vor 100 Jahren“ lautete das erste Motto, wo er auf die wechselvolle Struktur des TSV einging. Zunächst stand das Turnen im Vordergrund. Er zitierte: „Im Februar des Jahres 1912 trafen sich auf Anregung von Schreinermeister Adam Ullrich und Sattlermeister Friedrich Streib mehr als 30 Interessenten im Gasthaus „Zur Krone“, um den Turnverein Helmstadt aus der Taufe zu heben.“ Heute ist die Fußballabteilung das Steckenpferd. „Sportplätze und Sporthallen“ nahm er dann unter die Lupe. „Den ersten Sportplatz hatten wir im Gewann Bruch neben der Waibstadter Straße. Diese Wiese gehörte der Familie Kling, die es erlaubt hatte, aus Stangen, die im Wald geschlagen wurden, zwei Tore zu errichten.“ Entsprechend den örtlichen Gegebenheiten wurde das Sportgelände mehrfach verlegt und zwischen 1958 und 1960 mussten die Verbandsspiele sogar in Epfenbach ausgetragen werden. Beim Thema „Fußball, die schönste Nebensache der Welt?“ ging Sonntag ebenfalls auf die „gute alte Zeit“ ein. „Zu den Auswärtsspielen fuhr man mit Fahrrädern und war oft schon müde, bevor überhaupt der erste Ball getreten wurde. Später konnte auch einmal mit dem Auto eines Milchhändlers aus Reichartshausen zu solchen Spielen gefahren werden.“ Er rief die Meisterschaften und damit verbundenen Aufstiege der letzten Jahrzehnte in Erinnerung. „Geld ist nicht alles – aber trotzdem notwendig“ war sein letzter Themenkomplex. Vor allen Dingen mangelte es in den Gründerjahren am Geld, um die nötigen Turngeräte zu beschaffen. Eine durch die Gemeinde unterstützte Haussammlung brachte den gewünschten Erfolg. Das im Jahr 1965 ins Leben gerufene Schwarzbach-Pokalturnier ist seit dieser Zeit weit über die Grenzen des Fußballkreises Sinsheim hinaus bekannt und eine feste Einnahmequelle. Die Verantwortlichen des TSV waren stets darum bemüht, den Verein auf eine finanziell solide Basis zu stellen. Die Bewirtung mit Häppchen und Sekt übernahmen bei der Auftaktveranstaltung in liebevoller Weise die Damen der Landesliga-Fußballmannschaft sowie der Frauenturner. Für den Betrieb der Cafeteria zeichnete sich die Aerobic-Abteilung verantwortlich.

Ausstellung